|
Die Freiberger Werkstätten sind eine Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation
und Eingliederung behinderter Menschen in das Arbeits- und gesellschaftliche Leben.
Sie sind ein wichtiger Ort der Kommunikation und Begegnung und bieten Lebensraum
für ein sinnerfülltes Leben. Durch einen Kreistagsbeschluss wurde die Werkstatt für Behinderte des Landkreises Freiberg am 1. Januar 1995 in die Trägerschaft des Diakonischen Werkes übernommen. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 128 behinderte Menschen in der Hauptstelle Hainichener Straße sowie in den Außenstellen Olbernhauer Straße, Zuger Straße und Hilbersdorf.
Die Werkstatt für Behinderte ist aus der seit 20 Jahren bestehenden Arbeitstherapie
des Kretzschmarstiftes hervorgegangen und seit
März 1991 eine eigenständige Einrichtung des Diakonischen Werkes Freiberg
e. V.
Diese Werkstätten entsprachen nicht mehr den entsprechenden Anforderungen. Im Jahre 1995
konnte nach einer sehr langen Vorbereitungsphase endlich mit dem Bau unserer neuen Werkstatt
begonnen werden. Sie hat eine Kapazität von 180 Plätzen und wurde im Mai 1997 feierlich
eingeweiht.
Dies war ein riesiger Schritt nach vorn, die Arbeits- und Lebensbedingungen haben sich
wesentlich verbessert. Hier ist die moderne Küche mit großem Speiseraum sowie ein Raum
zur Entspannung (Snoezelenraum)
zu erwähnen. Helle freundliche Arbeitsräume mit z. T.
sehr schönem Ausblick bieten unseren Betreuten eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Die
gesamte Werkstatt ist nach modernsten Gesichtspunkten errichtet und ausgestattet.
Bereits 18 Monaten später begannen wir mit der ohnehin geplanten Erweiterung unserer
Werkstatt um 20 Plätze für chronisch psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen.
Es entstand die Nordwerkstatt mit einem separaten Eingang, zwei hellen freundlichen
Arbeitsräumen, einem eigenen Speiseraum mit Küche, Lagermöglichkeiten, Sanitärtrakt und
einem Ruheraum.
Am 1. März 1999 wurde sie eingeweiht. Zum Arbeitsangebot zählen verschiedene Montage-,
Konfektionierungs- und Verpackungsarbeiten, die mit unterschiedlichen Maschinen bzw. Werkzeugen
fertig gestellt werden. Auch Näh- und Bügelarbeiten sind im Angebot. Arbeitstherapeutisch
wichtig zeigen sich die Gartentätigkeiten und die Kerzenherstellung, da hier besonders
Kreativität zum Ausdruck gebracht werden kann. Alle in der Nordwerkstatt anfallenden
hauswirtschaftlichen Tätigkeiten werden von den betreuten Mítarbeitern selbst erledigt.
Die tägliche Arbeit in der Werkstatt mit der dadurch notwendigen Forderung nach Stetigkeit,
Pünktlichkeit, Genauigkeit usw. vermittelt den
Betreuten eine tagesstrukturierte "Sicherheit zum Anfassen".
Im Januar 2000 wurde mit dem Umbau des damals 113 Jahre alten früheren Kretzschmarstiftes
begonnen. Ein Förder- und Betreuungsbereich mit 24 Plätzen unter dem verlängerten Dach der
Freiberger Werkstätten entstand. Das neu ausgebaute Gebäude wurde am 25. April 2001 mit dem
Namen "Haus Lichtblick" eingeweiht.
Hier finden Menschen mit schwersten geistigen und körperlichen Behinderungen, die den
Anforderungen einer Werkstatt nicht, nicht mehr oder noch nicht gerecht werden können, ein Stück
Lebensqualität. In einem betont familiären Milieu steht das Erlernen
bzw. Erhalten lebenspraktischer Fähigkeiten im Vordergrund.
Mit der Zeit wurde deutlich, dass die vorhandene Arbeitsplatzkapazität für unsere
behinderten Mitarbeiter in der Hauptwerkstatt nicht mehr ausreicht.
Die Analyse der Zugangszahlen an behinderten Mitarbeitern verdeutlichte die
Notwendigkeit eines Erweiterungsbaus.
Am 31.08.2010, nach etwa einjähriger Bauzeit, war es dann soweit: unser
Werkstattneubau konnte eröffnet werden. Es ist ein großzügiges, helles und
freundliches Gebäude entstanden, in dem sich 60 neue Arbeitsplätze für
Menschen mit Behinderungen, aber auch entsprechende Sozialräume und ein Speiseraum
befinden. Durch die moderne funktionelle Gestaltung der Arbeitsräume und
Außenanlagen können wir jetzt den Anforderungen an eine zeitgemäße, hochwertige
Produktion und Logistik besser gerecht werden. In der Zusammenarbeit mit
unseren Kunden haben sich daraus bisher viele neue Ansatzpunkte und
Möglichkeiten ergeben.
|